Ablauf des Projekts

Das Projekt des oberösterreichischen Lesekompetenzzentrums Buch.Zeit zielte auf eine nachhaltige Steigerung der Lesekompetenz ab. 50 Grundschulen, die sich freiwillig meldeten, arbeiteten mit entsprechender Unterstützung ein Projekt zum Thema Lesekompetenz für ihre Schule aus. Alle Schulen hatten die Lesikus® Lesetechnik-Programme als Schullizenz für alle Computer zur Verfügung, der Ankauf erfolgte mit einem Zuschuss des Landes OÖ. 2-4 Lehrer jeder Schule wurden zu unterschiedlichen Themen fortgebildet, darunter 2 Nachmittage zum Thema „Lesikus® Leseförderprogramme“ inkl. Vermittlung der wissenschaftlichen Hintergründe und der evidenzbasierten Fördermethoden, die den Lesikus-Programmen zugrunde liegen. Das Projekt Lese.Impulse dauerte 2 Jahre (2011-2013) und wurde von Dr. Schönbass (Germanistik Salzburg) evaluiert.

 

Durchführung der Lesikus-Förderung in den Schulen

Jede Schule entwickelte ihr eigenes Lesikus®-Fördermodell, das zu ihrer jeweiligen Situation passte:

Ältere Kinder kümmerten sich um leseschwache, jüngere  Kinder und übten mit diesen  teilweise vor Unterrichtsbeginn, gut lesende Kinder einer Klasse lasen mit ihren leseschwachen MitschülerInnen, Lesepaten kamen an die Schule, an einigen Schulen wurden Förderstunden einige Monate lang zur Lesikus-Förderung verwendet und die Kinder aus der Klasse geholt,

 

Testung mit dem Leseverständnistest Hamlet

Getestet wurde mit dem standardisierten Lese-Verständnistest „Hamlet“.

 

Ergebnis

Die Lesekompetenz aller Schüler (sowohl der guten als auch der schlechten) hat sich signifikant verbessert. Besonders erfreulich ist es, dass der Prozentteil der sehr leseschwachen Schüler/innen von 5,1 Prozent auf 0 !!! Prozent gesunken ist! Das bedeutet, dass die Gruppe der echten Lese-Risiko-Schüler/innen nicht mehr existiert. Bei den Kindern mit deutscher Muttersprache wuchs der Anteil der guten Leser um 16%, der Anteil aller schwachen Leser nahm um 17% ab.

Bei den Kindern mit nicht deutscher Muttersprache wuchs der Anteil der guten Leser um 3,2% und der Anteil der schwachen Leser nahm um 18,3% ab.

BASIS-LESEFERTIGKEITEN VON ÄUSSERTER WICHTIGKEIT

Das Ergebnis zeigt auch beeindruckend, wie wichtig die Lese-Basis-Lesefertigkeiten (Lesetechnik) sind. Denn das Training der Basis-Lesefertigkeiten hatte eine deutliche Verbesserung beim Leseverständnis zur Folge. Die Kinder, die die Basis-Lesefertigkeiten schließlich beherrschten, hatten mehr Kapazitäten im Gehirn frei, um sich auf den Sinn des Gelesenen zu konzentrieren (Vor- und Nachtest erfolgten mit dem Leseverständnistest Hamlet).

Laut Dr. Schönbass zeigen die Ergebnisse unter anderem deutlich, dass eine Individualisierung für eine erfolgreiche Leseförderung unabdingbar ist.

Leseimpulse Grafik

 

 

Erklärung LV – Leseverständnisgruppen

LV 0: Extrem schwache LeserInnen

Schüler dieser Gruppe beherrschen noch nicht sicher die erste Stufe LV 1.

LV 1: Einfache Informationen auffinden

Das Auffinden bezieht sich dabei auf einen einzelnen inhaltlichen Aspekt und hat seinen Bezugspunkt in einer sehr konkreten Fragestellung.

LV 2: Gezielt Informationen entnehmen

Mehrere Informationen können entnommen werden, wobei z.B. die Formulierung in Frage und Text sprachlich nicht identisch ist, die gesuchte Information in einer längeren Textpassage steht oder für die Beantwortung der Frage eine einfache Hintergrundinformation benötigt wird, die nicht im Text steht. Es gelingen Kombinationen von zwei Informationen in einem einfach strukturiertem Text.

LV 3: Kombinieren/Rekonstruieren

Informationen und Handlungs- und Hintergrundmotive eines Textes werden kombiniert und/oder rekonstruiert.

LV 5: Verknüpfen/Schlussfolgern

Schlussfolgerungen werden getroffen und Verknüpfungen, die aufgrund selbständiger, logischer Schlussfolgerungen gewonnen wurden, vorgenommen.