Lesetechnik Therapeutenpaket Beschreibung

Das Therapeutenpaket LESETECHNIK besteht aus:

  • Grundkurs Lesetechnik Teil 1 und 2
  • Zusatz-Therarapeutenprogramm Lesetechnik
Hinweis:
Für Therapeuten ist eine Verwendung des Zusatzprogramms nicht unmittelbar notwendig.

Die Verwendung des Grundkurses Lesetechnik Teil1 ist Voraussetzung.

Mit dem Therapeuten-Zusatzprogramm Lesetechnik können zusätzlich individuelle  Pseudowortlisten erstellt werden und den Kindern als Hausaufgabe mitgegeben werden.

Weitere Informationen finden Sie unter dem Punkt „Einsatz“.

Ziele:

  • Einüben und Festigen der Graphem-Phonemkorrespondenzen
  • Einüben und Automatisieren des synthetischen Lesens

Angezeigt bei:

  • Unsicheren Graphem-Phonembeziehungen
  • Vielen Lesefehlern
  • Raten, stockendem Lesen
  • Ungenügender Lautsynthese

„Die Bedeutung des synthetischen Lesens kann nicht hoch genug eingeschätzt werden“. (Landerl K., Manual SLRT II, 2010).

Denn wenn das synthetische Lesen nicht ausreichend beherrscht wird, können keine neuen Wörter „erlesen“ werden und das Kind wird dadurch nicht zum selbstständigen Lesen befähigt!

Lesikus®-Therapeutenprogramm-Lesetechnik

DAS Programm zum Erstellen von Pseudowortübungen zur effektiven Leseförderung.

  • Der Lernerfolg beim Pseudowortlesen hängt von einer strukturierten, methodischen Vorgangsweise ab.
  • Wichtig für eine größtmögliche Verbesserung der Leseleistung ist ein systematischer Übungsaufbau in kleinsten Schritten nach bewährten wissenschaftlich fundierten Methoden und aktuellen Erkenntnissen der lesepsychologischen Forschung.

Mit dem Lesikus® Therapeutenprogramm-Lesetechnik lassen sich schnell und einfach Übungen zum Pseudowortlesen erstellen, die punktgenau am jeweiligen Leseleistungsstand ansetzen.

Alle Einstellungen wie Schriftart, -größe, -farbe sowie die ausgewählten Buchstaben werden auf den Namen des jeweiligen Kindes gespeichert.

AUSWAHL DER BUCHSTABEN

auswahl_der_buchstaben

 

Alle Vokale, Konsonanten, Zwie- und Umlaute können einzeln ausgewählt werden.

Alle Konsonantenkluster für Wortanfang und Wortende können einzeln ausgewählt werden.

Leseschwachen Menschen bereiten Konsonantenkluster wie „br“, „kl“, „pf“ besondere Schwierigkeiten. Da für sie diese Konsonantenhäufungen schwer als Einheit erkennbar sind und ungenügende Gedächtniseinträge zur Verfügung stehen, werden sie auch nicht als Einheit ausgesprochen und müssen jedes Mal mühsam zusammengelautet werden.

  • Einführung und Verwendung der Laute

Sinnvoll für den Leselernprozess ist die Einführung und Verwendung der Laute nach den Kriterien:

  • der leichten Aussprache
  • des einfachen Zusammenlautens

Beispiel zur Vorgehensweise der Reihenfolge der Einführung:

Die Stufe 1 ist die einfachste Schwierigkeitsstufe.

Die in dieser Stufe verwendeten Laute sind dehnbar, einfach auszusprechen und dadurch leichter zusammenzulauten.

 

  1. Stufe: Vokale und Zwielaute: dehnbar, leicht aussprechbar:
    a, e, i, o, u, au, ei
  2. Stufe: Dauermitlaute, dehnbar, leicht aussprechbar:
    m, s, l, n, r, f, w
  3. Stufe: Weiche und harte Plosivlaute:
    d, g, b, k, t, p
  4. Stufe: Seltene Laute und Laute, die durch mehrere
    Grapheme dargestellt werden:
    sch, h, ch, j, v, qu, x, z
  5. Stufe: Umlaute und Zwielaute:
    ä, ö, äu, ü, eu -> Ranschburgsche Ähnlichkeitshemmung!
  6. Stufe: Konsonantenhäufungen am Wortanfang:
    dr, bl, sp, st, pf, kr,…
  7. Stufe: Konsonantenhäufung am Wortende
    ls, nd, ng,…

Bitte beachten Sie die Ranschburgsche Ähnlichkeitshemmung, welche besagt, dass ähnliche Lerninhalte wie d/t, k/g, br/dr nicht gleichzeitig oder zeitnah vermittelt werden sollen. Eine Missachtung der Ähnlichkeitshemmung kann zu einer Lernhemmung führen.

VERWENDUNG VON PSEUDOWÖRTERN

Vorteile

  • Raten wird ausgeschlossen.
    Kein Abruf aus bereits gespeicherten Gedächtniseinträgen möglich.
  • Keine Ablenkung durch die Bedeutung der Wörter.
    Volle Konzentration auf die Lesetechnik.
  • Weitgehend keine „Vor-Frust-Erfahrungen“.
  • Macht Spaß!

ÜBUNGSMÖGLICHKEITEN

uebungsmoeglichkeiten

 

Nach der Auswahl einer oder auch mehrerer Wortstrukturen, stehen folgende Übungsmöglichkeiten offen:

  • Wörter drucken

Wortlisten können nach Kriterien wie Schriftart, -größe und –farbe, Zeilenabstand, ein-, zweispaltig, Wortreihenfolge, usw. ausgedruckt werden.

Mittels einer Druckvorschau kann die zu druckende Seite vorher angesehen werden – es besteht die Möglichkeit diese zu bearbeiten und Wörter zu löschen.

Ideal als Arbeitsblätter zum Lesen, Nachfahren von visuell ähnlichen Buchstaben, Einzeichnen der Silbengrenzen und zum Herstellen von Wortkarten für Spiele.

  • Hausaufgabe

Die Übungen können als Hausaufgabe auf einen USB-Stick gespeichert werden. Die Lernenden können diese in die Homeversion Grundkurs-Lesetechnik übertragen und zuhause üben.

  • Wörter lesen

Wörter lesen:

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Übungsmöglichkeiten zum Wortlesen:

Sie haben die Wahlmöglichkeit zwischen

  • manueller Wortanzeige zur Verbesserung der Lesegenauigkeit,

ein neues Wort erscheint, wenn der Button „WORT“ geklickt wird

und

  • automatischer Wortanzeige zur Verbesserung der

Lesegeschwindigkeit.

Wichtig ist, nur Pseudowortsilben in der Wortstruktur KV oder VK aufblitzen zu lassen. Diese Silben kommen auch in „echten“ Wörtern vor und werden beim Lesen eines neuen Wortes auf einen Blick erkannt. Somit muss nicht Buchstabe für Buchstabe zusammengelautet werden, was die Lesegeschwindigkeit erhöht. Eine automatische Präsentation längerer Pseudowörter würde unnötig viel „Speicherkapazität“ belegen und macht keinen Sinn.

Die Präsentationszeit des Wortes und die Pausenzeit, die zwischen dem Aufblitzen der Wörter liegt, kann eingegeben werden.

  • Farbige Silbengliederung in Sprechsilben

Für Menschen mit Leseschwierigkeiten erscheint das zu erlesende Wort als ungegliedertes Ganzes. Sie versuchen es mühsam Buchstabe für Buchstabe zu erlesen oder zu erraten. Größere Verarbeitungseinheiten wie Silben werden nicht erkannt.

Bei dem Lesetraining „Lesikus“ wird systematisch mit Silben geübt und diese als Einheiten erkennbar gemacht. Die Silbengliederung erfolgt in Sprechsilben.

Die Effektivität der Gliederung der Wörter in Sprechsilben haben unter anderem Scheerer-Neumann (1979) und Walter (2001) empirisch nachgewiesen.

LISTE BEARBEITEN, ERSTELLEN EINER NEUEN WORTSTRUKTUR

liste_bearbeiten

Jedes leere Kästchen der oberen Abbildung steht für eine Silbe. Die gewünschte Wortstruktur kann silbenweise eingegeben werden. Es können bis zu siebensilbige Wörter erstellt werden.

Die Wortstrukturen können individuell geordnet oder auch gelöscht werden. Die neu erstellten Strukturen werden für die Auswahlliste übernommen.

WORTLISTEN MIT „ECHTEN“ MITSPRECHWÖRTERN

wortlisten

 

Mit existierenden Wörtern wird die Lesetechnik automatisiert.

Das Programm beinhaltet Wortlisten mit ca. 2000 Wörtern. Es werden weitgehend Wörter mit hoher Vorkommens- bzw. Fehlerhäufigkeit verwendet. Die Wörter sind weitgehend lauttreu (1:1 Graphem-Phonem Zuordnung) und in 11 Wortlisten nach aufsteigendem Schwierigkeitsgrad geordnet.

SONSTIGES

  • Urkunde zum Ausdrucken: Frei zur offenen Gestaltung
  • Förderpläne zum Ausdrucken
  • Den Nachweis der Effektivität einer systematisch aufgebauten, am Schriftspracherwerb ansetzenden Leseförderung mithilfe von Pseudowörtern finden Sie unter dem Link Nachweis der Wirksamkeit.

Dort werden auch folgende Fragen beantwortet: „Macht das Pseudowortlesen überhaupt Sinn? „Ist ein Transfer auf das Lesen existenter, „echter“ Wörter nachweisbar? „Wie wirkt sich das Pseudowortlesen auf die Lesegenauigkeit aus?“ > „Gibt es auch eine Steigerung der Lesegeschwindigkeit?“